Logo der SGAF bzw. SAF (analog zur RAF): Blassroter Stern mit Rollator im Zentrum, darauf Schriftzug.Was veranlasst gestandene Männer eine Gruppe zu gründen ,die sich Senile Armee Fraktion nennt ? Gemeinhin würden die meisten sagen , dass dies den Tatbestand des groben Unfugs erfüllt. Denen sei gesagt, tut es und auch wieder nicht. Denn es gibt ja für alles auch Anlässe und die sind alles andere als lustig.

Der 21.12.13 und die an diesem Tag stattfindene Demonstration für ein Weiterbestehen der Roten Flora ,für humane Behandlung der Flüchtlinge und gegen die unwürdige Behandlung der Bewohner der Essohäuser , war ein solcher Anlaß.

Selten war die Diskrepanz zwischen öffentlicher Berichterstattung und der subjektiven Wahrnehmung der Teilnehmer so groß. Verfolgte man in den sozialen Netzwerken die Berichte der Demonstranten und betrachtete dann die mediale Berichterstattung der großen Sendeanstalten und Zeitungen , konnte man nur zu der Erkenntnis gelangen ,dass hier über zwei völlig verschiedene Ereignisse berichtet wird. Du schaust einen Fersehbericht, wo von Steine werfenden Chaoten die Rede ist, wo der Eindruck suggeriert werden soll die Polizei reagiere besonnen, und Minuten später siehst du auf you tube wie Beamte eine Demonstration stoppen, in die Menge laufen und wild drauflos knüppeln. Du siehst wie auf der Brücke Polizisten stehenund nicht wie gemeldet Steinewerfer, du siehst wie Unbeteiligte geschlagen, getreten und verhaftet werden.

Das setzt sich dann den ganzen Abend fort, im TV sieht man den Polizeisprecher die immergleichen und auch nicht wahrerwerdenen Floskeln absondern ,aber man sieht und hört nicht was wirklich zur Eskalation führte. Das macht uns wütend, sprachlos und ein Gefühl von Entsetzen macht sich breit. Doch man bemerkt auch ,man ist nicht allein mit diesem Gefühl. Soziale Netzwerke machen es möglich sich rasch zu finden ,soziale Netzwerke machen es möglich der Wahrheit relativ nahe zu kommen.

Jetzt ist unsere biologische Uhr schon ein wenig voran geschritten, so das wir nicht mehr als Protagonisten der 1. Reihe herhalten können, aber uns ist es ein Bedürfnis,ja eine Verpflichtung  zu unterstützen. Es soll auch mit einem gewissen grimmigen Humor zeigen, dass wir , der wir in den 80ern aktiv waren, das nicht hinnehmen wollen, was wir da vorgesetzt bekommen. Es sind oftmals Freiräume, die in den 80ern erkämpft worden sind ,die jetzt Stück für Stück kaputt gehen und Platz machen sollen für Räume, die sich nur Menschen mit einem gewissen Geldbeutel leisten können, die in diesen Räumen ihre Mainstreamkultur pflegen und alles zu austauschbaren Abziehbildern machen.

Gleichgeschaltete Lebensräume ohne Gestaltungsvielfalt sind verlorene Räume. Und sie enstehen überall in atemberaubender Geschwindigkeit und sie verdrängen das Vielfältige an den Rand und das ist auch geographisch zu sehen. Wir Älteren werden keine keine Revolution aus dem Sanitätshaus anführen, nicht mit Kampfrolatoren in die Auseinandersetzung ziehen, aber uns zu Wort melden und auch vor Ort sein ,wenn es nötig ist. Der senile Block ist größer als die meisten ahnen. Wir werden im Zweifelsfall eine Unten – ohne Performance als Pimmelriot hinlegen, wenn es denn sein muß. Diesen Anblick werden wir dann niemanden ersparen können. Aber wir werden sicher nicht still sein und die Hände in den Schoß legen. Nur wenn eine Bewegung als Einheit erkennbar ist kann es Erfolg versprechen. Nicht Zersplitterung sondern Schulterschluß ist notwendig.

Zersplittern und zerfasern waren schon immer der Linken Lieblingsbeschäftigung und die Administration schaut zu, wie wir uns immer wieder ein Bein stellen. Dieses sich Auseinanderdividieren hat bei uns älteren ja zur Ernüchterung und auch bei vielen zu Resignation geführt. Noch ist es ruhig an der Innenstadtfront aber die neue Zeit kommt gewiß!

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