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Was technologischer Führungsanspruch und gesellschaftliche Entwicklung und die Beschimpften, Vermummten aus dem »schwarzen Block« miteinander zu tun haben fragen Sie?

Leute die in der konservativen Presse mit solchen Schlagzeilen genannt wurden: »Mindestens tausend Chaoten – nach Expertenschätzung die Mehrheit aller derzeit „reisenden Intensivtäter“ – schlugen … zu.«, oder in den folgenden Zeilen dann als »Chaoten-Trupps«,  »Anarchos«, oder wie folgt beschrieben werden: » junge Wilde, die sich selber „Streetfighter“ oder „Autonome“ nennen und für das „Schweinesystem“ nur Brechstangen, Pflastersteine und Molotow-Cocktails übrig haben.« haben die deutsche Gesellschaft heute schon vor schweren Fehlern bewahrt. Die ehemals als das gesamtes »mobile Randale-Potential der Bundesrepublik« bezeichnete Gruppe hat Veränderungen für dieses Land erkämpft, die scheinbar niemandem bewusst sind, und sie haben das gemacht, bis hin zur Inkaufnahme von Todesopfern in den eignen Reihen.

Es wurden Schlachten geschlagen, gegen die sich das Scharmützel an den Vorweihnachtstagen rund um die »Rote Flora« im Hamburger Schanzenviertel wie eine beiläufige Pressenotiz liest. Die »Krawalle« gingen Tage und Wochen. Im Verlauf solcher Auseinandersetzungen kam es gar zu internationalen Verwicklungen weil die DDR die im Notfall herbeigerufenen Wasserwerfer nicht über die Transitstrecken fahren liess. Aus heutiger Sicht denkt man es hätten kriegsähnlichen Zuständen geherrscht, wenn von Großhubschraubern und Bombardements die Rede ist. Ein Auszug: »der Granatenhagel, unter dem die Menschen panikartig auseinanderstoben, traf nebenbei auch einen Versorgungsplatz des Roten Kreuzes«. In der Folge debattieren Politiker über »Wirkwurfkörper« und ähnliche Dinge. Ein Staatsminister fordert weitere Truppen wie die GSG9 aufzustellen, die diese »Aufstände« als Anti-Terror Elite Einheiten bekämpfen sollten. (Der Minister stürzte später ab.)

Spaltprozesse, ein Dokumentarfilm

Und was ist nun der Verdienst dieser »Chaoten«? Ohne diese Leute hätten wir in Mitteleuropa unter Umständen ähnliche Zustände wie in Tschernobyl, oder Fukushima und wären von einer Energiewende Lichtjahre entfernt. Das die atomare Energieversorgung ein Auslaufmodell ist, da die Risiken und Probleme bis heute nicht gelöst werden konnten und uns noch auf Jahrtausende das Problem des verbleibenden Abfalls beschäftigen wird, ist mittlerweile jedem klar und durch alle politischen Lager akzeptiert.
Aber, dafür haben jahrelang wütende junge Leute in wahrsten Sinne des Wortes und teilweise unter Einsatz ihres Lebens gekämpft, beschimpft wie dieselben Leute die in Hamburg auf die Strasse gegangen sind. Das etwa eine Wiederaufbereitungsanlagen wie in Wackersdorf am Ende gar nicht mehr fertiggestellt wurde und in Betrieb ging, ist diesem verbissenen Widerstand zu verdanken. Jedenfalls ist es nicht Muttis (Anm. d. Redaktion: Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel) Verdienst, die sich in bester Laune den Orden »Energiewende« an die stolzgeschwellte Brust heftet. Es sind die Verdienste von Menschen, die wissen, wie sich ein Bullenknüppel anfühlt. Bestehende Strukturen lassen sich oft nur mit einem erheblichen Kraftaufwand aufbrechen, Besitzstandswahrung und konservative Ordnung müssen an manchen Punkten weichen um Entwicklungen Raum zu verschaffen, die letztendlich der Sicherheit und Zukunft der ganzen Gesellschaft dienen und ein besseres Leben und eine Zukunft für alle bedeuten.

Den gepriesenen Fortschrittsmotor »alternative Energien« der für die Politik die Rettung aus der Finanzkrise und dem Innovationsstillstand der Industrie bedeutet gäbe es ohne den »randalierenden Abschaum« gar nicht, oder jedenfalls bei weitem nicht in dem Masse. Und den ganzen Schäfchen die in unerschöpflicher »political correctness« etwas von »gewaltlos« daher mähen, sei gesagt: »Verkriecht euch unter euren atomkraftbetriebenen Heizdeckchen, ihr sied nicht meine Helden!« In diesem Sinne relativiert sich die Rechtfertigung von Gewalt bisweilen. Schwarz und Weiss, gut und böse, wie uns gerne vorgemacht wird, ist die Welt nicht. Es bleibt dynamisch und es ist ein nie endender Prozess.

Also die geballte Faust zum Grusse, die Senile Armee Fraktion wird die Entwicklungen kritisch begleiten und ist bereit soziale Werte für die Gesellschaft zu verteidigen.

Post Scriptum: Falls Fragen auftauchen, oder jemand Lücken in seinem Wissen der neuren Geschichte der Bundesrepublik entdeckt, seien die Kapitel: Brockdorf, Gorleben, Wackersdorf und ähnliche empfohlen.

Link zum Thema:
Die „Pfingstschlacht“ von Wackersdorf: brutale Chaoten, kopflose Polizisten
Spiegel 26.05.1986

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